Donnerstag, 4. September 2008

Endlich ein Lebenszeichen

Kia Ora liebe Leser (Maori fuer Hallo),

ich schreibe gerade vom Bootshaus in Whangarei, der Empfang ist leider sehr schlecht, ich fliege staendig aus dem Netz.
Die letzten Tage waren sehr aufregend und actionreich. Ich wurde nach einer langen und teilsweise sehr qualvollen Reise (26 Stunden Flug quasi ohne Schlaf- vor allem wegen einem unangenehmen Sitznachbarn) von Martin, meinem Bekannten hier in Neuseeland, abgeholt und nach Whangerei gebracht, einer Stadt im Nordwesten von Neuseeland. Nach meinem Lonely Planet Guide ist dies die groesste Stadt in der Gegend, ihr wuerdet lachen, wenn ihr das seht :)
Nun wohne ich schon seit einigen Tagen mit meinem Host auf einem Segelboot, der "Sea Wanderer". Martin ist Englaender, wir haben uns vor ca. 3,5 Jahren in England kennengelernt und hatten seitdem sporadischen Emailkontakt. Er ist dann vor etwa 2 Jahren hierher ausgewandert und hat mich eingeladen erstmal zu ihm zu kommen wenn ich ankomme. Er arbeitet hier als 'Marine Ranger' fuer das Department of Conservation und passt als eine Art Polizist auf naturgeschuetzte Gewaesser auf.

Wie viele von euch wissen, ist das wohnen auf einem Boot ein grosser Traum von mir! Man ist von Wasser umzingelt, wird von den Wellen leicht in den Schlaf geschaukelt und hat diesen gemuetlichen Camping-Charakter: alles ist immer ein wenig feucht-kalt, sobald man morgens aufwacht, ist man fast im Freien und da es keine grossen Spiegel gibt, macht man sich automatisch wenig Gedanken ueber sein Aeusseres. Auch Duschen habe ich inzwischen auf alle 2-3 Tage verschoben, schwitzen tue ich sowieso kaum ;)
Es gibt hier einige Leute die auf ihren Booten wohnen, sie werden 'boaties' genannt und bilden eine kleine Gemeinschaft. Man gruesst sich, haelt ein Schwaetzchen ueber das Wetter oder fachsimpelt ueber Boote wenn man sich trifft. Ich bin z. Zt. natuerlich Gespraechsthema Nr. 1 in der Nachbarschaft ;) Freundlich und gespraechig sind sie uebrigens hier alle, die 'Kiwis', leider versteh ich sie noch nicht immer, aber das wird sicher nicht lange dauern.
Ein wenig eng ist es doch zu zweit, aber wir verstehen uns gut. Martin hat sich ein wenig Zeit genommen um mir die Gegend zu zeigen. Eigentlich wollten wir mit dem Auto ein paar Tag rumreisen und in Hostels uebernachten, aber dieser Plan ging aus verschiedenen Gruenden bisher nicht auf und wir sind jeden Abend wieder zurueck zum Boot gefahren. Entweder haben wir keine guenstige Unterkunft gefunden, sind zu spaet losgefahren und nicht weit gekommen oder das Auto hat ploetzlich den Gesit aufgegeben und macht seitdem nur noch Aerger.
Obwohl wir uns also kaum von Whangarei wegbewegt haben, habe ich scon einen guten Eindruck von der Landschaft Neuseelands bekommen. Wie ihr euch sicherlich vorstellen koennt (und wie es mir auch immer wieder jeder Neuseelandreisende in bunten Farben geschildert hat), ist die Natur hier Wahnsinn. Obwohl das Wetter nicht immer mitspielt, sind wir den ganzen Tag draussen, sehen uns Straende und Waelder an und ich laufen mit grossen Augen durch die Natur. Neben sanften gruenen Huegeln mit - surprise surprise: Schafen - findet man dramatische Kuestenlandschaften und riesige, einsame Straende...
Aber schaut euch doch einfach die Fotos an.
Ich hab mir uebrigens soeben eine neue SIM-Karte gekauft und bin ab demnaechst unter 0064 21 0329638 zu erreichen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich wünsche Dir alles Gute. Deine Bilder versetzen mich ja schon richtig in Urlaubsstimmung. Papa