Mittwoch, 24. Dezember 2008

Merry Christmas everyone

Von Part party party



Heute ist der 24.12. und ich muss bis 22:30h im Hostel arbeiten. Menno. Alle anderen gehen schoen Abend essen, nur ich komm dann zum Bier trinken nach. Ist aber schon in Ordnung, dafuer hab ich morgen den ganzen Tag frei. Ausserdem bin ich soeben von zwei netten deutschen Maedels zum Haehnchen mit Kartoffeln und gruenen Bohnen-Essen eingeladen worden. Und hier wird eh erst am 25.12. richtig gefeiert, mit Geschenke auspacken, an den Strand gehen, Bier trinken und richtig kiwi-style Grillen. Jippieh!

Meine Lieben, ich wuensche euch allen ein frohes Fest und schicke euch ein paar Plusgrade aus der Ferne. Geniesst die Familienwaerme und habt euch alle lieb (inklusive mir) !
Ganz liebe weihnachtliche Gruesse,

Eure Sarah

Sonntag, 14. Dezember 2008

work... finally

Von working and living in Welly



Hallo zu Hause,

nach der ersten euphorischen Phase in Wellington musste ich bald feststellen, dass es nicht so einfach ist hier einen Job zu finden. Die Stadt ist mit 179 500 Einwohnern nur maessig gross und wird dafuer von Backpackern und Studenten ueberrannt. So wurde aus dem taeglichen Rumlaufen und Lebenslaeufe verteilen sowie Rumsurfen und Emails verschicken bald eine frustrierende Warterei in der ich nur zuschauen konnte wie das Geld und die Zeit dahinfliessen. Gleichzeitig lebte ich mich mehr und mehr in meinem Hostel (bzw. auf meinem Hostelparkplatz) und der Stadt ein, wurde Teil einer bunten Gemeinschaft von Menschen aus aller Welt, die mit wenig Geld viel Spass haben. Gerade als ich schweren Herzens beschloss Wellington wieder zu verlassen und mit in der Naehe auf dem Land einen 'fruit picking' job zu besorgen, ergab sich alles von selbst. Vicky, eine Receptionistin aus dem Hostel, gab ihren Job auf und man einigte sich sofort auf mich als Nachfolgerin. Am gleichen Tag rief mich jemand von einem Bed&Breakfast direkt gegenueber an und sagte mir den Maedchen-fuer-Alles-Job zu fuer den ich mich ein paar Tage vorher beworben hatte. Nun arbeite ich also 7-9 Stunden am Tag als Zimmermaedchen/Rezeptionistin/Malerin in Richmond's Guesthouse und am Abend 3 Stunden in meinem Hostel an der Rezeption. Das ist ne Menge Arbeit, macht aber bisher riesen Spass und befriedigt meinen Drang etwas produktives zu tun. Mal sehen wie lange ich es durchhalte.. Dafuer wohne ich jetzt - haltet euch fest - in einem EINZELZIMMER, und das fuer umme. Ich kann's immer noch nicht fassen, mein eigenes Zimmer. Es ist zwar nur ca 5qm gross, aber es ist meins und ich war nie gluecklicher ueber einen Raum. Es hat sogar ein richtiges Bett und Moebel und so, d.h. ich muss nicht mehr alle Tueten und Kartons in meinem Auto durchwuehlen wenn ich mein rotes T-shirt haben will und ich kann darin stehen und einfach das Licht anmachen wenn es dunkel ist usw... Herrlich.
Aber lass mich ein wenig mehr von meinem Hostel erzaehlen: Weil Rowena's Lodge das billigste Hostel in der Stadt ist, ist es nicht nur ein Hostel fuer Backpacker, sondern auch eine beliebte Bleibe fuer Menschen mit wenig Geld. Hier wohnen eine handvoll aelterer Herren, die seit 30 Jahren ein winziges Einzelzimmer (so eins wie ich jetzt habe) hier haben, eine Gruppe Maori-Bauarbeiter (auch Einzelzimmer), aber auch ein paar Menschen die ploetzlich alles verloren haben und nicht wussten wo sie hin sollten. Mal abgesehen von den meisten aelteren Herren, die wohl irgendwann beschlossen haben, dass sie nicht mehr staendig neue junge Leute kennenlernen wollen, hat sich hier eine wunderbare Gemeinschaft gebildet, in der man gemeinsam leidet und feiert, sich aushilft, Kochgemeinschaften gruendet und auch wahre Freundschaften schliesst (ist das nicht herzerwaermend? ich sollte Maerchenschreiberin werden). Das Gebaeude hat 3 Stockwerke und ist windschief und verwinckelt, das reinste Labyrinth fuer jemand der das erste Mal hier ist. Von innen ist es kunterbunt gestrichen, von aussen mit einer weissen Holzverkleidung und kleinen Terrassen-Gaengen, die sich um das ganze Gebaeude schlaengeln und es den Bewohnern so ermoeglicht aus ihren Fenstern zu klettern und auf dem Gang um das Haus zu laufen oder einfach dort zu sitzen und die Aussicht zu geniessen, die naemlich auch ziemlich schoen ist. Vor dem Haus ist eine grosse Terrasse mit Blick ueber die Stadt, in der wir abends zusammen sitzen und unser Supermarkt-Bier trinken (weggehen kann man sich nur ab uns zu mal leisten). So, und genau werde ich mich jetzt auch hinbegeben, denn meine Schicht ist zu Ende und ich will nach dem langen Tag mal die Beine langmachen. Das naechste Mal erfahrt ihr mehr ueber meinen Job.

Mittwoch, 26. November 2008

Bacardi Feeling.... lalala.. aetsch, hier wird's jetzt Sommer

Liebe Leser,

so da bin ich endlich wieder. Ich lasse mich so langsam in Wellington nieder, hab zwar immer noch keinen Job und keine Wohnung, fuehl mich aber trotzdem langsam heimisch. Im Auto schlaeft es sich ebensogut und die Kiwis brauchen eben ein bisschen laenger um sich auf eine Bewerbung zu melden. Tatsaechlich stehe ich fuer 6Eur die Nacht auf dem Parkplatz eines Hostels und darf Dusche/Kueche etc. nutzen und dafuer im Auto wohnen. Ich hab inzwischen sogar schoene, gruene Vorhaenge! Am Dienstag hab ich mein erstes Vorstellungsgespraech, vielleicht werde ich bald im Cafe des neuseelaendischen Nationalmuseums arbeiten, uebrigens das beste Museum was ich bisher gesehen habe, nur so nebenbei bemerkt (Ich habe schon 3 komplette Tage dort verbracht und immer noch nicht alles gesehen). Und sobald der Job in der Tasche ist, werd ich mich wohl auch nach einem WG-Zimmer umsehen.
Ansonsten haeng ich ein bisschen rum und geniesse das immer besser werdende Wetter. Zeit fuer die Sommerklamotten aus den tiefen das Rucksacks kramen, am Strand liegen und mit sandigen Fuessen in alten Vans durch die Stadt cruisen, Musik hoeren, nette Menschen treffen, ueber das Leben sinnieren, Grillen, eiskaltes Bier trinken und jeden Tag ein bisschen brauner werden... na, schon neidisch? ;) Ich kann mich tatsaechlich nicht beschweren und musste mich eben auch ein bisschen ueberwinden in eines der speckigen, duesteren Internetcafes zu gehen und meinen Blog zu schreiben. Aber ich weiss ja was ich euch schuldig bin ;)

Zu meiner letzten Reise: Ich bin nochmal ein bisschen mit Martin herumgereist, um die letzten Ecken der Nordinsel zu erkunden. Wir sind wieder viel in der Natur unterwegs gewesen, haben draussen gezeltet, auf Lagerfeuern gekocht, wilde Seehunde beobachtet, an weissen und schwarzen Stein- und Sandstraenden gesessen, in den immer noch schneebedeckten Bergen herum gewandert, viel Spass gehabt und letztendlich trotzdem unser beziehungsartiges Verhaeltnis beendet. So, jetzt wisst ihr Bescheid. Detailliertere Informationen werden nur auf Anfrage vertraulich an einzelne Personen weitergegeben. Auf jeden Fall geht es mir gut.
Mehr faellt mir grad gar nicht ein. Falls mir wieder was lustiges passiert, seid ihr natuerlich die ersten die es erfahrt.
Bis bald

Von noch mehr Nordinsel

Donnerstag, 6. November 2008

Dienstag, 4. November 2008

hello from windy Welly

Hallo aus der Hauptstadt! Heute ist nichts mit langen Beschreibungen lustiger Geschichten, ich muss jetzt schnell und kompakt Informationen loswerden. Also... was bisher geschah: Nach meinem Autotrip bin ich fuer eine Woche auf einen Reiterhof in der Naehe von Whangarei gezogen um dort fuer Kost und Logis zu arbeiten (wwoofing genannt). Ich habe mit der Familie zusammen gewohnt, durfte mal eine Reitstunde mitmachen und hab so hier und da geholfen. Es war sehr nett und ich musste versprechen wieder zu kommen. Direkt danach ging es dann mit Il-Ho, einem alten Bekannten aus Schulzeiten, auf Reisen. Er hatte in Australien eine Praktikum gemacht und will 3 Wochen in Neuseeland herumreisen. Auf Studivz hat er gesehen, dass ich hier bin und mich angeschrieben. Wir beschlossen also zusammen zu reisen. Er kam nach Whangarei und wir zogen mit meinem Auto los. Zuerst ging es wieder in den hohen Norden (wo ich ja schon war, was aber zur Neuseeland-Tour dazu gehoert). In den paar Tagen stellt sich aber heraus, dass unser Reisetempo und -gefuehl nicht ganz zusammen passt. Er moecht in 3 Wochen die ganze Insel durchqueren und guckt sich gern die Landschaft vom Auto aus an. Ich dagegen moecht gern wandern und die Landschaft erkunden, hasse lange Autofahrten (immer noch) und wollte eben auch nicht soviel Geld fuer Sprit ausgeben, wenn ich unterwegs nur einen Bruchteil zu sehen bekomme. Nach einigen Planaenderungen entschied ich mit bis nach Wellington zu kommen, dort ein wenig zu bleiben und mich langsam jobbend und campend wieder nach oben durchzuschlagen (denn die Suedinsel ist immer noch verdammt kalt und muss noch 1-2 Monate warten!).
Vom hohen Norden ging es also weiter nach Coromandel, einer wunderschoenen Ausbuchtung an der Ostkueste, unterhalb von Auckland. Hier war eine sehr enspannte Suedsee-Atmosphaere zu spueren, es gab atemberaubende Straende, gemuetliche Staedtchen und ueberall wurde geschnorchelt und getaucht. Diese Aktivitaeten muessen fuer mich leider warten, wir haben nur einen kleinen Spaziergang zu einem Steintor gemacht, den das Wasser geformt hat. Sehr imposant! Danach machten wir uns in die Mitte der Nordinsel auf, zum Lake Taupo. Das ist ein riesiger See in (wie immer) schoener Umgebung. Hier sind wir ein wenig ziellos am Ufer herumgeklettert, um alte Maori-Gravierungen am Fels zu entdecken, die eigentlich nur vom (teuren) Touri-Boot aus zu sehen sind... ziemlich erfolglos. Weiter ging es in den Tongariro National Park, der erste Nationalpark Neuseelands. Die Landschaft ist hier ploetzlich ganz anders als der Rest der Insel: anstatt gruener Huegel und Waeldern findet man hier eher steppenartige Pflanzen in Braun- und Rottoenen. Im Nationalpark befinden sich 3 noch aktive Vulkane, die schneebedeckt sind und als Skigebiet benutzt werden. Auch dieser Spass muss warten, wir haben einen walk zu einem nahegelegenen Wasserfall gemacht (der aber auch sehr schoen war). Hier wurden mehrer Szenen von Lord of the Rings gedreht, unter anderem Mordor und der Mount of Doom. Beim naechsten Besuch wuerde ich mit einer mehrtaegigen Wanderung durch die Berge liebaeugeln. Jemand Interesse? (Mama?) Das naechste Ziel war dann auch schon Wellington und hier bin ich. Nach dem ganzen Im-Busch-Herumgespringe (wir haben ausser einmal naemlich nur gezeltet, und das nicht nur bei Sonnenschein..), freu ich mich heute Abend auf ein richtiges Bett und kann die Grossstadt, die vielen Menschen und die vielen Autos um mich herum noch gar nicht richtig fassen. Es ist kalt, regnerisch und extrem windig hier, ich fuehl mich wie in Hamburg! Morgen zieh ich in ein gemuetlicheres Hostel und bekomme vielleicht sogar eine Anstellung als Rezeptionistin, wie einige wissen mein Working Holiday-Traumjob. So, jetzt ist mein Geld gleich alle und ich muss was essen. Ihr erfahrt die Tage mehr!

Donnerstag, 23. Oktober 2008

schnell was alles erzaehlen

... was so passiert ist. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll.
Vielleicht das wichtigste zuerst: ich hab mir ein Auto gekauft. Ein wunderschoner weinroter Toyota Sceptor Kombi, mein allererstes Auto. Wer mich kennt, weiss dass ich kein grosser Autofan bin und seit einer ganzen Weile schon nicht mehr fahre, weil ich so aus der Uebung bin. Bevor ich hierher kam war ich auch ziemlich sicher, dass ich lieber per Bus rumreisen wollte, weil ich mir fahren einfach nicht mehr zutraute und man ausserdem im Bus weniger isoliert ist. Nach einigen Wochen hier wurde mir aber ziemlich schnell klar, dass ein Auto einfach noetig ist. Der oeffentliche Verkehr ist ziemlich erbaermlich: in die interessantesten Ecken faehrt gar nichts und selbst die 'wichtigen' Verbindungen sind nur ein paar Mal am Tag zu haben. Nach einiger Zeit fuehlte ich mich selbt in meiner "Grossstadt" Whangarei (es gibt sogar einen Busbahnhof!) gefangen und der Kauf des Autos war die neu erworbene Freiheit. Zuerst schaute ich mich eine Weile um, ueberlegte was ich suche und was ich mir leisten kann und dann ging alles ziemlich schnell: ein paar Stunden auf 'trademe' gesurft (das ebay hier, nur mit lockeren Regeln), ein paar Anrufe, zwei Besichtigungen am naechsten Tag, die Entscheidung, Einigung auf einen Preis (1200Eur), kurzer Check in der Werkstatt und am Nachmittag war ich Autobesitzer. Alles was man dann tun muss ist den Besitzer am naechsten Postschalter ummelden, kostet 5Eur. Ich hab mich dann auch noch vorsichtshalber entschieden eine Third-Party insurance (Haftpflichtversicherung) abzuschliessen.
Sofort am naechsten Tag ging es los zu einem Trip in den hohen Norden, die obere Spitze Neuseelands zu besichtigen: Cape Reinga. Wir packten schnell das noetigste und die Camping-Sachen ein und los ging's. Ich bin gleich 3 Stunden gefahren, auf der linken Seite versteht sich. Es gibt nicht besonders viele Hauptstrassen, geschweige denn Autobahnen. Unsere Strasse war die groesste und wichtigste von allen und geht durch das ganze Land - Highway 1. Diese Strasse sieht die meiste Zeit aus wie eine deutsche Landstrasse, verwandelt sich aber Richtung Norden in einen meilenlangen Schotterweg der sich immer weite durch einen Dschungel schlaengelt. Irgendwo im nirgendwo campten wir am Strand, ohne Handy-Empfang, Geschaefte und nur sehr wenig andere Menschen. Langsam kann ich verstehen warum hier so viele Menschen spirituell sind, es war einfach magisch.
Am Cape Reinga treffen die tasmanische See und der Pazifik aufeinander. Es ist ziemlich spektakulaer zu sehen, wie an der Stelle zwei gigantische Stroemungen aufeinander treffen und sich die Wassermassen vermischen: ein grosses Gewuehl aus Farben, Wellen, Schaum und aufgewuehltem Schlamm. Wir verknuepften den Besuch des Capes mit einer 5stuendigen Wanderung in der es konstant bergauf zu gehen schien und die mir am naechsten Tag den Muskelkater meines Lebens beschwerte (ich konnte tatsaechlich kaum laufen..).

Von new car trip

Sonntag, 12. Oktober 2008

Meine kleine Farm

Hallo liebe Leser,

heute schreibe ich vom Lande aus. Waehrend ich hier auf einer hoelzernen Terrasse sitze, liegen fuenf Hunde um mich herum (oder auch nicht... wo zur Hoelle sind die Racker schon wieder?), vor meiner Nase picken einige Huehner im Gras und in der Ferne sehe ich Rachel und Russells Pferde grasen. Mein Job ist 'dog-sitting' fuer ein paar Tage bei Freunden von Martin, die auf eine Konferenz gefahren sind. Die beiden sind ein Ehepaar aus England, die, wie soviele, hierher emigriert sind. Hier koennen sie sich, im Gegensatz zu England, ein betraechtliches Stueck Land mit Haus und Tieren leisten. Als Stadtkinder mussten sie das Landleben erst erlernen, Russell besucht zur Zeit Kurse um das Bepflanzen zu lernen und bald haben die beiden ausser Tiere vielleicht auch allerlei eigens angebaute Nahrung.
Die 5 Hunde waren nicht von Anfang an geplant, sondern haben sich so angesammelt. Inzwischen ist die Betreuung der Racker ein Vollzeit-Job geworden, denn wie kleine Kinder wollen die Hunde rund um die Uhr unterhalten werden. Waehrend Russell und Rachel arbeiten verwandeln sie das Haus in ein einziges Chaos, alles wird angekaut, zerfetzt oder einfach nur herumgeschleift und eingesaut. Der Boden, die Kleidung, die Polstermoebel und eigentlich alles ist mit Hundehaaren paniert und man sollte besser nichts was einem etwas bedeutet (oder was man vielleicht noch essen moechte) irgendwo liegen lassen. Das Nervigste ist aber wohl, dass die Viecher so auf uns Menschen fixiert sind, dass sie sich die ganze Zeit nach uns orientieren. Staendig sind sie um einen rum und schauen mit grossen Augen zu, was man wohl als naechstes macht. So muss man erstmal 5 erwartungsfreudige Hunde ueberzeugen, dass man nur auf Toilette moechte, und zwar bitte allein, sobald man sich vom Sofa erhebt und den Raum verlassen moechte. Am Anfang ist es noch ganz lustig sie in die groesste Aufregung zu versetzen, wenn man 'walk' sagt oder sich die Schuhe anzieht, aber nach einiger Zeit ist es nur noch anstrengend. Es dauert naemlich 30-60 Minuten bis sich so eine aufgebrachte Meute wieder beruhigen laesst und aufhoert wie wild hin und her zu springen uns zu bellen. Wenn man abends ins Bett geht oder man fuer mehrere Stunden das Haus verlaesst muessen die Tueren 'verbotener' Raeume mit Moebeln verstellt werden, damit die Biester nicht einbrechen und alles zerkauen bzw. sich nachts zu einem ins Bett liegen. Morgens wird man mit einem Jaulen und Bellen aufgeweckt und schaut in 5 Paar erwartungsfreudige Gesichter sobald man die Tuer oeffnet.
Zudem gibt es eine kleine Krawallmacherin, eine grade aus dem Welpenalter herausgewachsene Halbstarke, die mit Energie nur so ueberquillt und bei jeder Gelegenheit mit den anderen Hunden ein Kampf anfaengt. Aprops Kampf: beim Spazierengehen mit den Hunden wird man Teil einer andauernden Fehde zwischen den 2 Pferden und der Hundemeute. Wir bewegen uns naemlich nur auf dem eigenen Grundstueck, denn freilaufende Hunde auf anderen Grundstuecken duerfen einfach erschossen werden. Und das ganze Grundstueck dient als Koppel fuer die Pferde (die noch nicht eingeritten sind und auf ihrer riesigen Koppel ein wenig verwildern). Denen ist aber anscheinend langweilig und sie sehen das Gebiet als ihr Territorium an (genauso sehen das aber anscheinend auch die Hunde), so dass die beiden Gruppen sich beim gegenseitigen Anblick sofort anfangen zu jagen. Man selbst versucht irgendwie alle zu beruhigen und auseinanderzuhalten ohne dabei selbst unter die Hufe zu kommen. Gar nicht so einfach. Immerhin haben die Hunde inzwischen kapiert, dass die Huehner Tabu sind und nicht gejagt werden duerfen. Trotzdem ist ein kleines Kuecken geheimnisvollerweise verschwunden...
Trotz all dem geniesse ich das Leben mit Tieren in vollen Zuegen. Sie schaffen es einfach Leben und eine positive Atmosphaere ins Haus zu bringen... ausserdem wird es einfach nie langweilig :) Nicht zu verachten ist auch der Platz, der dieses Haus zu bieten hat, im Gegensatz zu einem Boot. Es gibt sogar eine Badewanne!!

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Segeln ist kein Luxus

Ich sitze auf der Bank vor dem Steuer am hinteren Ende des Bootes. Es ist sehr windig, etwa 40 Knoten/Std. und das Boot bricht durch die hohen Wellen; ab und zu schwappt eine ueber uns whaerend wir zurueck Richtung Hafen fahren. Wir haben die Segel runtergelassen und fahren nur mit Motorkraft - der Wind ist zu stark. Trotzdem liegen wir sehr schraeg im Wasser und werden durch den Wellengang ordentlich durchgeschuettelt. Der Wind fegt mir um die Ohren, ich bin durchnaesst und mir ist kalt. Ich schmecke Salzwasser, es ist ueberall: auf meinen Lippen, in meinem Mund, meinen Augen, auf meiner Kleidung und vor allem auf meinen Haenden. Sie sind rauh und aufgesprungen vom vielen Salzwasser und dem Ziehen an dreckigen, nassen Seilen und Ketten und uebersaet von kleinen Wunden und Schrammen, die man sich bei eben jener Arbeit zuzieht. Waehrend Martin am Steuer steht und eine Welle nach der anderen ueber ihn schwappt, habe ich mich in das kleine ueberdachte Stueck an Deck zurueck gezogen und betrachte das Szenario. Bloss nicht in die Kajuete gehen, sonst geht es mir so wie gestern. Ich bin seekrank geworden, zum ersten Mal im Leben - ein schreckliches Gefuehl. Mir war unendlich schlecht, ich hatte Kopfschmerzen und fuehlte mich ernsthaft krank und schwach. In diesem Moment ist einem alles egal und man hat nur einen Wunsch: endlich dieses Schiff zu verlassen und nicht mehr diesem endlosen Geschaukel ausgeliefert zu sein. Stattdessen muss man weiter an Leinen ziehen, steuern, segeln, an Deck hin und her laufen und sich konzentrieren. Und dabei geht es immer weiter auf und ab - auf und ab... ein Alptraum. Martin erzaehlt mir am Abend (nachdem wir einen geschuetzten Platz zum Ankern und Uebernachten gefunden haben und es mir endlich besser geht) wie er auf einem Greenpeace-Schiff wochenlang seekrank war und ernsthaft mit dem Gedanken gespielt hat sich ueber Bord zu werfen.
Diese Art von Segeln ist auf jeden Fall etwas anderes als das Segeln auf den kleinen Jollen auf der Alster in Hamburg. Es ist unglaublich wieviel Kraft man braucht um eines dieser riesigen Segel hochzuziehen, denn sobald der Wind es erfasst ist soviel Spannung auf dem Segel, dass man sich mit seinem ganzen Koerpergewicht an das Seil haengen muss. Ich brauche ungefaehr 20 Minuten fuer ein Segel - und die Sea Wanderer hat drei davon! An jedem Mast befindet sich eine kleine handbetriebene Kurbel, in die man den Strick einhaken kann um somit das Segel leichter "hochhebeln" zu koennen. Es passiert jedoch leicht, dass sich das Seil dabei verhakt und es wegen der hohen Spannung weder vorwaerts noch rueckwaerts geht. Dies ist eine Situation die man tunlichst vermeiden sollte, denn wenn man dabei seitlich von einer Windboee erfasst wird, kann man umgeweht werden. Wenn es also passiert, dass das Segel verklemmt ist, faengt die ganze Crew (in diesem Fall Martin und ich) hektisch an mit roher Gewalt und irgendwelchen Hilfsmitteln (wie z.B. Schraubenzieher) an dem Seil herumzuwerkeln und sich dabei die Haende zu ruinieren. Im Notfall muss das Seil gekappt werden, wofuer sich auf jedem gut ausgeruesteten Boot Aexte und Buschmesser in greifbarer Naehe befinden muessen. Bisher haben wir einmal zu dieser Massnahem greifen muessen: unser Beiboot hatte sich gestern beim Ablegen der Yacht in den Seilen der Pfeiler verhakt an denen die Sea Wanderer normalerweise festgebunden ist, wenn sie im Hafen liegt. Da wir das Beiboot mitnehmen wollten und es daher an die Yacht geknotet war, gab es ein grosses Seilwirrwarr und irgendein teueres Navigationsgeraet auf dem Sea Wanderer schwebte in der Gefahr abzubrechen, weil auch hier ein Seil festhakte. Es war soviel Spannunga auf den einzelnen Seilen, dass sich kein Knoten mehr loesen lies und wir wegen dem Wind das Schiff nicht zurueck fahren konnten und zum Messer greifen mussten.

Wie dem auch sei, ich muss feststellen, dass das Segeln auf dem Meer und das Bedienen eines Bootes dieser Groesse (2 Maste, 13m Laenge) schwieriger ist als ich dachte. Wo sind all die reichen Leute mit ihren weissen Polo-Hemden und Segelschuhen und wie schaffen sie es die Klamotten sauberzuhalten, im Liegestuhl zu liegen und Cocktails zu schluerfen? Hier treffe ich sie zumindest nicht. Hier sind vor allem viele Menschen, die auf ihren Booten leben und nicht viel mehr besitzen als das. Man trifft viele alleinstehende, aeltere Maenner, die pensioniert sind und hier ihren Lebensabend verbringen. Wenn das Wetter schoen ist fahren sie raus oder haengen mit Gleichgesinnten im Hafen herum. Auf diese Weise habe ich Bob kennengelernt, einen symphatischen etwa Ende 60jaehrigen Herren, der immer mit einem durchloechterten Wollpulli herumlaeuft auf dem tatsaechlich Moos waechst. Bob hat mir erzaehlt wie sein Alkoholproblem und religioese Uneinigkeiten (sie gehoert zu den Zeugen Jehovas) seine Ehe zerstoert haben und er nach einer grossen Leidensperiode endlich seinen inneren Frieden und Antworten zu seinen Fragen im Hinduismus gefunden hat. Er hat mehrere Reisen durch Indien gemacht und Wunder gesehen und ist gluecklich, weil er weiss, dass er wieder geboren werden wird, auch wenn er heute Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium hat.
Spiritualitaet und Interesse am Hinduismus und Buddhismus ist hier generell ein grosses Thema, wahrscheinlich weil so viele Suchende hier landen. Aber dies ist ein anderes Thema und soll ein andermal erzaehlt werden.

Donnerstag, 18. September 2008

here we go

Liebe Leser, 
hier ein neuer Bericht nach einiger Zeit. In der Zwischenzeit habe ich einen Job hier in Whangarei gefunden. Ich arbeite als Bedienung in einem "deutschen" Brauhaus. Nach einigen Bemerkungen meiner beiden Eltern ueber meine fehlende Oberweite (vielen Dank auch), muss ich aber doch mal klarstellen, dass ich NICHT in einem Dirndl rumrenne und riesige Glaeser trage, denn auch hier ist Deutschland nicht gleich Bayern. Der Besitzer des Brauhauses ist Bremer und er betreibt eine nette Bar, die eben auch ihr eigenes Bier braut. Ausser dem Namen (Brauhaus Frings) und dem Besitzer erinnert jedoch nicht viel an Deutschland. Der Manager (Darren) ist Maori, der seine gesamte Verwandschaft entweder eingestellt oder jeden Abend in seiner Kneipe hocken hat. Darren selbst ist ein fuelliger dunkler Typ mit gewachsten, schwarzen
Locken. Ein bisschen Poser sind sie alle, die Jungs von Frings, wenn sie dann vor der Kneipe stehen (auch hier ist Rauchverbot), sich gepflegt unterhalten und ein Bier nach dem anderen Kippen, waehrend wir Maedels unter ihren wachsamen Augen herumrennen und Bier verkaufen. Trotzdem herrscht eine nette Atmosphaere, fast jeder ist Stammgast und man kennt sich. Meine Einarbeitung in die Gastronomie lief so ab: ich kam rein, bekam ein T-Shirt, eine Bauchtasche mit Wechselgeld (A: Hilfe, ich muss Kopfrechnen, B: Ich muss von der Vorstellung runterkommen, Bauchtaschen tragen nur Nutten), sowie eine kleine Karte mit den Bierpreisen in die Hand gedrueckt. Das war's. Fuer jedes bisschen Information muss ich eine gestresste Kellnerin fragen und hoffen, dass sie Zeit fuer eine Antwort hat. Aber gut, so laeuft das hier anscheinend. Ueberarbeitet habe ich mich aber trotzdem noch nicht, es ist doch ziemlich entspannt hier und schliesslich arbeite ich nicht taeglich und mache den Rest der Zeit Urlaub.
Neben meinem neuen Job bin ich nun als Freiwillige im Department of Conservation eingetragen, d.h. ich kann verschiedene interessante Jobs machen, fuer die ich aber kein Geld bekomme. Fast wie zu Hause also. Letzte Woche war ich einen Tag mit Martin auf seiner Arbeit. Wir sind in rasender Geschwindigkeit mit einem Schlauchboot mit Motor durch die Gegend gefahren (ich bin auch gefahren!) und haben aufgepasst dass in seinem "Marine Reserve" niemand fischt. Zum Glueck war niemand da, die Kontrolleurrolle wuerde mir nicht so gut gefallen.
Am Wochenende habe ich einen Ausflug zur Bay of Island gemacht, einer Bucht mit vielen kleinen Inseln, die etwa 1,5 Stunden Busfahrt von hier entfernt liegt und wegen ihrer Schoenheit ein beliebtes Reiseziel ist. Ich war in einem Hostel mit vielen sehr jungen Leuten (bin ich zu alt fuer Neuseeland?), die viel Geld fuer die zahlreichen dort angebotenen Ausfluege und Aktivitaeten ausgegeben haben, wie etwa Sky Diving, die Swim-with-the-Dolphins-Cruising-Tour, Sailing oder sonstiges. Ich hab mich so unter Drucke gefuehlt irgendwas anderes zu machen als meine geplanten Wandertouren, dass ich fuer 90 NZD (etwa 45Eur) eine 2-std. Reittour gemacht habe, die ganz schoen war, aber wegen der vielen Anfaenger etwas zu lahm fuer meinen Geschmack. Von der hochgepriesenen Landschaft war ich etwas entaeuscht. Es war schoen, aber nicht so umwerfend wie ich erwartet hatte. Da habe ich hier in der Ecke schoenere Ecken gesehen. Abends wurde dann in der Hostelbar das grosse Rugby-Spiel gegen Australien geschaut (Rugby ist gross hier, ein Thema, von dem ich wann anders erzaehle) und Jaegermeister durch die Nase getrunken. Ein Riesenspass. Das netteste Mensch, den ich auf dem Ausflug kennengelernt habe, war wohl die 6jaehrige Tochter der Hostel-Putzfrau, mit der ich ein paar Stunden Zeit verbracht habe. Sie hat gerade Lesen gelernt und wir haben ein paar Buecher zusammen angeschaut und erzaehlt.
Am Sonntag bin ich dann wieder zurueck gefahren, weil mir von meinem Gastgeber eine mehrtaegige Segeltour auf der Sea Wanderer, unserer derzeitigen Behausung, versprochen wurde. Martin hat sie vor etwa 2 Monaten gekauft und bisher nur bewohnt, aber noch nie von ihrem Platz bewegt. Am Montag legten wir dann auch einigermassen puenktlich ab, um mit der Flut den Hafen verlassen zu koennen. Nach etwa 1 Stunde Fahrt mit Motorantrieb, entschieden wir die Segel hochzuziehen, was sich aber als einigermassen kompliziertes Unterfangen erwies, da uns beiden das Boot noch fremd war. Waehrend wir dann beide an dem Segel herumfuchtelten, erfuehr ich dann auch dass Martin bisher nicht viel mit Segeln zu tun hatte. Ploetzlich blieben wir mitten auf dem Kanal stehen und mussten feststellen, dass wir auf eine Sandbank aufgelaufen waren. Einige Versuche mit dem Rueckwaertsgang wieder herunterzukommen blieben erfolglos. Nach einiger Zeit kam ein altes Fischerboot vorbei und bot uns per Ferngeschrei an, uns herauszuziehen. Martin ruderte im Beiboot zu ihnen herueber und lies sich ein langes Drahtseil reichen, was aber leider gerade eben nicht lang genug war. So ruderte er verzweifelt etwa 5-10 Meter von unserem Boot entfernt und rief mir immer wieder zu, dass ich ein anderes Seil rueberwerfen sollte. Ich versuchte es, aber entweder war das Seil zu kurz oder meine Wurfskills zu bescheiden- es gelang mir nicht. Gleichzeitig kam die Ebbe, das Wasser verschwand und das Boot neigte sich immer weiter zur Seite. Ich hatte das Gefuehl wir kippen gleich um, war allein auf dem Boot, hatte mit dem Seilwerfen versagt und fuehlte mich ziemlich miserabel.. Die Fischer und Martin gaben irgendwann auf und beschlossen, dass wir auf die naechste Flut warten muessten. Das taten wir dann auch. Es wurde ueberraschenderweise ein sehr angenehmer Nachmittag. Wir sassen auf dem Deck unseres gestrandeten, ca. 75 Grad geneigten Bootes, die Sonne schien und tranken Rotwein, knabberten Kekse und lasen uns gegenseitig aus einem Seemansroman vor. Ab und zu kam ein Motorboot vorbei, dessen Besatzung wir dann unser peinliches Missgeschick berichten mussten. Unter Deck gehen war eine grosse Kletteraktion bei der man sich wie im Raumschiff fuehlte. Zum Glueck hatten wir vorher alles gut verstaut, so dass nichts kaputt gegangen ist. Gegen 16:30uhr kam das Wasser wieder, das Boot erhob sich wieder und wir konnten weiter. Es reichte gerade noch um in die naechste Bucht zu kommen und Anker zu legen, bevor es dunkel wurde. Dort haben wir dann den Sonnenuntergang bewundert und tatsaechlich noch Delfine gesehen. Am naechsten Morgen sollte dann tatsaechlich gesegelt werden. Wir setzten die Segel und fuhren los. Leider hatten wir so gut wie keinen Wind und dafuer ziemlich hohe Wellen, so dass wir ziemlich durchgeschaukelt wurden. Nach einiger Zeit war uns beiden schlecht und wir beschlossen zurueck zu fahren, an Land zu rudern uns spazieren zu gehen. Abends fragten wir uns beide, ob wir wirklich noch von der Idee begeistert sind per Segelboot die Welt zu bereisen (Martin hat sich fuer diesen Zweck das Boot gekauft und moechte naechstes Jahr im Mai/Juni losfahren). Aufgeben will er den Plan aber noch nicht und bis dahin machen wir noch ein paar Trips, um die Segelliebe zu testen.
Jetzt bin ich zurueck in Whangarei und mache einen faulen Tag, da das Wetter wieder schlechter ist. Morgen moechte ich mal zu einem Stall fahren, die Hippo Therapie (Theraphie fuer behinderte Kinder auf Pferden) anbieten und immer freiwillige Helfer suchen.
Ihr hoert dann von mir :)

Von Neues aus dem Paradies

Samstag, 13. September 2008

so much to tell

Hallohallo, schon wieder so viel Zeit vergangen und ich hab so viel zu erzaehlen. Leider versuche ich das in einem Hostel waehrend hinter mir eine amerikanische Fernsehserie mit Will Smith in einer Wahnsinnslautstaerke laeuft und meine Internetzeit in 5 Minuten ablaeuft... Klappt nicht so gut. ABER: mir geht's gut und ich hab ein paar neue Fotos hochgeladen (in das vorherige Album). Meld mich bald ausfuehrlicher!

Donnerstag, 4. September 2008

Hier die Fotos!

Einfach draufklicken, dann kommt ihr zum Album



Von Finally there

Endlich ein Lebenszeichen

Kia Ora liebe Leser (Maori fuer Hallo),

ich schreibe gerade vom Bootshaus in Whangarei, der Empfang ist leider sehr schlecht, ich fliege staendig aus dem Netz.
Die letzten Tage waren sehr aufregend und actionreich. Ich wurde nach einer langen und teilsweise sehr qualvollen Reise (26 Stunden Flug quasi ohne Schlaf- vor allem wegen einem unangenehmen Sitznachbarn) von Martin, meinem Bekannten hier in Neuseeland, abgeholt und nach Whangerei gebracht, einer Stadt im Nordwesten von Neuseeland. Nach meinem Lonely Planet Guide ist dies die groesste Stadt in der Gegend, ihr wuerdet lachen, wenn ihr das seht :)
Nun wohne ich schon seit einigen Tagen mit meinem Host auf einem Segelboot, der "Sea Wanderer". Martin ist Englaender, wir haben uns vor ca. 3,5 Jahren in England kennengelernt und hatten seitdem sporadischen Emailkontakt. Er ist dann vor etwa 2 Jahren hierher ausgewandert und hat mich eingeladen erstmal zu ihm zu kommen wenn ich ankomme. Er arbeitet hier als 'Marine Ranger' fuer das Department of Conservation und passt als eine Art Polizist auf naturgeschuetzte Gewaesser auf.

Wie viele von euch wissen, ist das wohnen auf einem Boot ein grosser Traum von mir! Man ist von Wasser umzingelt, wird von den Wellen leicht in den Schlaf geschaukelt und hat diesen gemuetlichen Camping-Charakter: alles ist immer ein wenig feucht-kalt, sobald man morgens aufwacht, ist man fast im Freien und da es keine grossen Spiegel gibt, macht man sich automatisch wenig Gedanken ueber sein Aeusseres. Auch Duschen habe ich inzwischen auf alle 2-3 Tage verschoben, schwitzen tue ich sowieso kaum ;)
Es gibt hier einige Leute die auf ihren Booten wohnen, sie werden 'boaties' genannt und bilden eine kleine Gemeinschaft. Man gruesst sich, haelt ein Schwaetzchen ueber das Wetter oder fachsimpelt ueber Boote wenn man sich trifft. Ich bin z. Zt. natuerlich Gespraechsthema Nr. 1 in der Nachbarschaft ;) Freundlich und gespraechig sind sie uebrigens hier alle, die 'Kiwis', leider versteh ich sie noch nicht immer, aber das wird sicher nicht lange dauern.
Ein wenig eng ist es doch zu zweit, aber wir verstehen uns gut. Martin hat sich ein wenig Zeit genommen um mir die Gegend zu zeigen. Eigentlich wollten wir mit dem Auto ein paar Tag rumreisen und in Hostels uebernachten, aber dieser Plan ging aus verschiedenen Gruenden bisher nicht auf und wir sind jeden Abend wieder zurueck zum Boot gefahren. Entweder haben wir keine guenstige Unterkunft gefunden, sind zu spaet losgefahren und nicht weit gekommen oder das Auto hat ploetzlich den Gesit aufgegeben und macht seitdem nur noch Aerger.
Obwohl wir uns also kaum von Whangarei wegbewegt haben, habe ich scon einen guten Eindruck von der Landschaft Neuseelands bekommen. Wie ihr euch sicherlich vorstellen koennt (und wie es mir auch immer wieder jeder Neuseelandreisende in bunten Farben geschildert hat), ist die Natur hier Wahnsinn. Obwohl das Wetter nicht immer mitspielt, sind wir den ganzen Tag draussen, sehen uns Straende und Waelder an und ich laufen mit grossen Augen durch die Natur. Neben sanften gruenen Huegeln mit - surprise surprise: Schafen - findet man dramatische Kuestenlandschaften und riesige, einsame Straende...
Aber schaut euch doch einfach die Fotos an.
Ich hab mir uebrigens soeben eine neue SIM-Karte gekauft und bin ab demnaechst unter 0064 21 0329638 zu erreichen.

Donnerstag, 28. August 2008

In einer halben Stunde geht's los zum Flughafen, meine Koffer sind gepackt und meine Knie weich. Hoffe, dass ich mit meinem von viel Weisswein (letzter Abend gestern) benebelten Hirn an alles gedacht habe und nicht die Hälfte zu Hause vergesse.
So, die letzten Handgriffe sind zu machen, ich muss mich endlich entscheiden ob ich die eine Jeans noch mitnehme oder nicht und dann geht's endlich los. 26 Stunden Flug liegen vor mir. Zuerst nach Kopenhagen, dann nach Bangkok und schließlich nach Auckland. Ihr werdet in wenigen Tagen wiede von mir hören!

Sonntag, 17. August 2008

Die Abschiedstour

Hamburg - Wien - München - Mainz:
Bevor ich ans andere Ende der Welt verschwinde, möchte ich mich noch von einigen wichtigen Menschen verabschieden. Nachdem ich Silke in Wien besucht habe, bin ich nun für ein paar Tage bei meinem Bruder Tim in München. Der alte Nerd hat mir auch diesen Blog erstellt. Danke Großer!

Abschied