Sonntag, 14. Dezember 2008

work... finally

Von working and living in Welly



Hallo zu Hause,

nach der ersten euphorischen Phase in Wellington musste ich bald feststellen, dass es nicht so einfach ist hier einen Job zu finden. Die Stadt ist mit 179 500 Einwohnern nur maessig gross und wird dafuer von Backpackern und Studenten ueberrannt. So wurde aus dem taeglichen Rumlaufen und Lebenslaeufe verteilen sowie Rumsurfen und Emails verschicken bald eine frustrierende Warterei in der ich nur zuschauen konnte wie das Geld und die Zeit dahinfliessen. Gleichzeitig lebte ich mich mehr und mehr in meinem Hostel (bzw. auf meinem Hostelparkplatz) und der Stadt ein, wurde Teil einer bunten Gemeinschaft von Menschen aus aller Welt, die mit wenig Geld viel Spass haben. Gerade als ich schweren Herzens beschloss Wellington wieder zu verlassen und mit in der Naehe auf dem Land einen 'fruit picking' job zu besorgen, ergab sich alles von selbst. Vicky, eine Receptionistin aus dem Hostel, gab ihren Job auf und man einigte sich sofort auf mich als Nachfolgerin. Am gleichen Tag rief mich jemand von einem Bed&Breakfast direkt gegenueber an und sagte mir den Maedchen-fuer-Alles-Job zu fuer den ich mich ein paar Tage vorher beworben hatte. Nun arbeite ich also 7-9 Stunden am Tag als Zimmermaedchen/Rezeptionistin/Malerin in Richmond's Guesthouse und am Abend 3 Stunden in meinem Hostel an der Rezeption. Das ist ne Menge Arbeit, macht aber bisher riesen Spass und befriedigt meinen Drang etwas produktives zu tun. Mal sehen wie lange ich es durchhalte.. Dafuer wohne ich jetzt - haltet euch fest - in einem EINZELZIMMER, und das fuer umme. Ich kann's immer noch nicht fassen, mein eigenes Zimmer. Es ist zwar nur ca 5qm gross, aber es ist meins und ich war nie gluecklicher ueber einen Raum. Es hat sogar ein richtiges Bett und Moebel und so, d.h. ich muss nicht mehr alle Tueten und Kartons in meinem Auto durchwuehlen wenn ich mein rotes T-shirt haben will und ich kann darin stehen und einfach das Licht anmachen wenn es dunkel ist usw... Herrlich.
Aber lass mich ein wenig mehr von meinem Hostel erzaehlen: Weil Rowena's Lodge das billigste Hostel in der Stadt ist, ist es nicht nur ein Hostel fuer Backpacker, sondern auch eine beliebte Bleibe fuer Menschen mit wenig Geld. Hier wohnen eine handvoll aelterer Herren, die seit 30 Jahren ein winziges Einzelzimmer (so eins wie ich jetzt habe) hier haben, eine Gruppe Maori-Bauarbeiter (auch Einzelzimmer), aber auch ein paar Menschen die ploetzlich alles verloren haben und nicht wussten wo sie hin sollten. Mal abgesehen von den meisten aelteren Herren, die wohl irgendwann beschlossen haben, dass sie nicht mehr staendig neue junge Leute kennenlernen wollen, hat sich hier eine wunderbare Gemeinschaft gebildet, in der man gemeinsam leidet und feiert, sich aushilft, Kochgemeinschaften gruendet und auch wahre Freundschaften schliesst (ist das nicht herzerwaermend? ich sollte Maerchenschreiberin werden). Das Gebaeude hat 3 Stockwerke und ist windschief und verwinckelt, das reinste Labyrinth fuer jemand der das erste Mal hier ist. Von innen ist es kunterbunt gestrichen, von aussen mit einer weissen Holzverkleidung und kleinen Terrassen-Gaengen, die sich um das ganze Gebaeude schlaengeln und es den Bewohnern so ermoeglicht aus ihren Fenstern zu klettern und auf dem Gang um das Haus zu laufen oder einfach dort zu sitzen und die Aussicht zu geniessen, die naemlich auch ziemlich schoen ist. Vor dem Haus ist eine grosse Terrasse mit Blick ueber die Stadt, in der wir abends zusammen sitzen und unser Supermarkt-Bier trinken (weggehen kann man sich nur ab uns zu mal leisten). So, und genau werde ich mich jetzt auch hinbegeben, denn meine Schicht ist zu Ende und ich will nach dem langen Tag mal die Beine langmachen. Das naechste Mal erfahrt ihr mehr ueber meinen Job.

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