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| Von Kepler Track |
Aber von vorne: Maike aus Muenster habe ich vor ein paar Wochen in Nelson kennen gelernt und - wie das in Neuseeland oft passiert - sind wir uns in Queenstown wieder ueber den Weg gelaufen. Ich zog auf ihren Hostelcampingplatz und wir beschlossen zusammen einen der spektakulaeren "Great Walks" in Angriff zu nehmen. Nach einigem Kampf mit Terminfindung, Routenplanung und Anmeldung stand es fest. Wir entschieden uns fuer den Kepler Track, einen 67km langen Rundweg durch die Berge. Selbst meine Erkaeltung und die ploetzlichen Schneefaelle hielten uns nicht ab - statt dessen wurden eben noch Termounterwaesche und Nasentropfen in die Rucksaecke gepackt. Am Morgen der Abreise konnte man vor Nebel kaum die Hand vor Augen sehen, es regnete in Stroemen, war sehr kalt und die Umrisse der Berge waren weiss vor Schnee... mit gemischten Gefuehlen setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Te Anau, von wo es losgehen sollte. Am ersten Tag stapften wir etwa 5 Stunden auf fast 1270 Hoehenmeter bis zur ersten Huette, wo wir uebernachteten. Der Weg war maessig steil und da ich nach meinen vorherigen Bergwanderungen das schlimmste erwartet hatte, war ich von der relativ einfachen Bewaeltigung des Aufstiegs angenehm ueberrascht. Trotzdem war es natuerlich anstrengend Die Huetten sind von DOC (Department of Conservation) bereit gestellt und muessen wegen begrenzter Bettenanzahl fuer relativ viel Geld gebucht werden. Deshalb entschieden wir uns nur fuer ein Nacht in einer Huette zu schlafen und ansonsten zu zelten. In der Huette gab einen grossen Schalfraum und einen "Wohnraum" der mit einem Holzofen beheizt wurde. Strom gab es keinen, aber dafuer sauberes Regenwasser, das man ohne abkochen trinken konnte. Wegen unserer Campingplaene mussten wir aber noch Zelt, Isomatten und Gaskocher + Kartuschen mitschleppen. Nach einer kalten und lauten (aber bequemen) Nacht im 60-Bett-Schlafraum wurden wir am naechsten Morgen mit klarer Sicht auf die Berge und ein paar Sonnenstrahlen belohnt. Die Aussicht an diesem Tag war atemberaubend! Soweit das Auge blicken konnte Berge in verschiedenen Farben - mal steinig und schneebedeckt, mal gruen und saftig, mal steppenartig gelb-braun - und dazwischen glasklare Seen und Fluesse... Ich fuehlte mich unglaublich klein.
Die Landschaft auf der Strecke aenderte sich staendig; wir liefen durch verschiedene Waelder, nackte Berge, durch buschbedeckte Taeler und an Fluessen und Seen entlang.
Die restlichen Tage waren relativ regenfrei, mit abwechselnd Nebel und Sonne. Am letzten Tag war der Sommer wieder zurueck gekehrt und wir liefen im T-Shirt und hochgekrempelter Hose. Koerperlich haben wir das ganze recht gut ueberstanden, auch wenn Beine und Fuesse am Ende natuerlich ganz schoen muede waren. Ausserdem sehnt man sich nach 4 Tagen ohne Dusche und mit fast ausschliesslich einer Garderobe doch wieder ganz schoen nach der Zivilisation, von der Nahrung ganz zu schweigen: Instant-Nudeln und Muesliriegel kann ich in naechster Zeit auf jeden Fall erstmal nicht mehr sehen. Das schlimmste waren wohl die Sandflies und Moskitos, die mich besonders in der letzten Nacht komplett um den Schlaf gebracht habe (ich fand es eine gute Idee nicht im Zelt sondern in einer leerstehenden DOC-Huette zu schlafen). Erfinderisch wie ich bin habe ich mir sogar um ca 5:30Uhr morgens in kompletter Dunkelheit aus meiner Termostrupfhose und einem Halstuch ein Mueckennetz fuer mein Gesicht gebastelt, was aber leider nicht so viel bringt wenn einen diese BEKACKTEN Monster sogar durch den Schlafsack (!!) stechen. Immerhin bin ich meine Erkaeltung unterwegs losgeworden und hab mich sogar mit meinem uralt-Rucksack, dessen Traegergurte schlecht gepolstert sind und immer in die Schultern schneiden, arrangiert (Handtuch drunter packen!). Trotz der kleinen Unanehmlichkeiten war es eine tolle Erfahrung so an seine Grenzen zu gehen! Und allein fuer die Aussicht hat sich das ganze schon gelohnt.


1 Kommentar:
:) Schoen, die Picasa-Sache werde ich auch mal ausprobieren!
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