Sooo lang nicht geschrieben... I'm sorry.
Also: ich hab nun schon seit einigen Wochen ein Praktikum in einer kleinen Filmproduktionsfirma (von deutschem Produzent gegruendet), wo ich 3x die Woche hingehe und fuer Ideenfindung und deren Weiterentwicklung zustaendig bin. Die Firma macht hauptsaechlich Serien und Dokumentarfilme, aber auf hohem Niveau und mit Offenheit und Freude am Experimentieren (www.monsoon-pictures.com). Die Arbeit macht mir Spass und ich habe das Gefuehl ich kann das, was ich im Studium gelernt habe gut anwenden: Texte lesen und schreiben, die Hauptideen rausfiltern und meine Gedanken formulieren. Ausserdem habe ich angefangen mit einer Gruppe netter Leute an einem kleinen no-budget Filmen mitzuarbeiten.
Das letzte Wochenende war hier ausserdem "48hours Furious Filmmaking" - das Pendant zu unserem Kinokabaret. Die Regeln sind ein wenig anders als bei uns - so ist das Ganze ein richtiger Wettbewerb mit Preisen usw., man meldet sich nicht einzeln sondern als Team an und es darf auf keinen Fall vorher schon was geschrieben worden sein. Tatsaechlich bekommt man beim Startschuss ein Genre, einen Charakter, eine Dialogzeile und eine Sache genannt, die im Script vorkommen muessen. Das macht die Sache natuerlich ein bisschen schwieriger und stressiger und im ganzen ewas ernster. Das ist richtig gross und ueber ganz Neuseeland. Allein in Auckland waren ueber 270 Gruppen angemeldet und es gibt richtig professionelle Teams von grossen Produktionsfirmen mit allem Equipment etc. Trotzdem laeuft das ganze natuerlich auf eins raus: crazy wachbleiben, kreativ und produktiv sein fuer 48 Stunden, einen tollen Film machen ohne dabei Geld auszugeben und viel Spass mit gleichgesinnten Leuten. Das war bei uns der Fall, auch wenn wir die deadline leider nicht geschafft haben, weil die bloede Kamera in letzter Minute nicht das Tape aufnehmen wollte... was aber anscheinend in aehnlicher Version vielen Gruppen passiert. Der Regisseur, Shane, hat mir dann niedergeschlagen erzaehlt, dass er es tatsaechlich noch nie geschafft hat, einen Film puenktlich abzugeben.. Trotzdem wird unser Film morgen Abend im Kino gezeigt und ich werde euch natuerlich einen Link schicken, sobald er irgendwo im Internet zu sehen ist. Wir haben uebrigens bei mir auf dem Gelaende gedreht, da gibt es so unglaublich viele Gebaeude, dass ich immer wieder etwas neues entdecke.
Das alles (inklusive Praktikum) ist leider - und natuerlich - unbezahlt.
Deshalb arbeite ich noch 2x die Woche bei Peter, einem meiner Mitarbeiter. Peter ist Kuenstler und macht Tanzperformance im Dunkeln mit Leuchtanzuegen, die er selbst herstellt: www.vospertron.com - und ich helfe dabei. Ich loete also kleine LEDs mit Draehten zusammen und naehe/klebe diese an elastische Anzuege. Ein bisschen erinnert mich das ganze an das Mikrowellenlabor damals :) Auch wenn ich mir Bleivergiftungen und Rueckenschmerzen damit beschwere: dieser Job ist der Beste den ich bisher hier hatte, einfach weil ich die Sache an sich unterstuetze und Peter der weltbeste Chef ist.
In meiner Hippiekommune laeuft alles soweit gut, abgesehen davon, dass wir uns immer wieder mit der neuen Besitzerin anecken, die dabei ist alles umzubauen und eine Yogaschule zu errichten... Leider musste das Land aus Geldgruenden verkauft werden, aber die neuen Besitzer haben versprochen die Community bestehen zu lassen und alles nur viel schoener zu machen. Die Raeume sind auch viel schoner als vorher, aber man hat das Gefuehl es geht nun alles doch mehr um Profit als um das Zusammenleben und was dazu gehoert. Inzwischen sind wir eine bunte Gruppe von knapp 40 Leuten aus aller Welt und teilen unser Leben zusammen. 2x die Woche gibt es gemeinsames Essen: Montags wird ein Riesentopf Suppe gekocht und donnerstags machen wir Pizza im selbstgebauten Pizzaofen. Dann kann jeder anbieten was er kann und moechte. So bieten die Spirituellen unter uns Reiki- oder Yogastunden an, manche bauen was fuer die Gemeinschaft und ich organsier ab und zu nen Filmabend mit Leinwand und Projektor und wir gucken deutsche Filme mit Untertiteln :)
Leider laesst das Wetter grad ziemlich nach und es regnet unglaublich viel und wird sehr kalt. Da wir viel Wiese und wenig warme/isolierte Raeume haben, wird das schon ziemlich eklig inzwischen: Matsch ueberall und feuchtkalte Raeume. Wenn ich nachts auf die Toilette will muss ich durch den Regen, Matsch und die Kaelte laufen und wieder zurueck, da ueberlegt man sich schon zweimal ob man wirklich aufstehen soll.
Dieser Umstand und auch vor allem dadurch, dass ich euch alle wirklich schmerzlich vermisse, haben mich zu dem Entschluss kommen lassen, wie geplant am 25. Juni nach Hause zu kommen. Dort brauche ich dann erstmal nen Job - also wer ne Idee hat: her damit. Ich bin zu (fast) allem bereit, hauptsache Kohle. Ob in Hamburg oder Mainz - erstmal egal. Evtl. oder sogar wahrscheinlich werde ich euch nach 2-3 Monaten wieder verlassen und in mein entspanntes Dschungelparadies zurueck kehren.
Jeder der mitkommen moechte ist herzlich willkommen!
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen