Hallo liebe Leser,
heute schreibe ich vom Lande aus. Waehrend ich hier auf einer hoelzernen Terrasse sitze, liegen fuenf Hunde um mich herum (oder auch nicht... wo zur Hoelle sind die Racker schon wieder?), vor meiner Nase picken einige Huehner im Gras und in der Ferne sehe ich Rachel und Russells Pferde grasen. Mein Job ist 'dog-sitting' fuer ein paar Tage bei Freunden von Martin, die auf eine Konferenz gefahren sind. Die beiden sind ein Ehepaar aus England, die, wie soviele, hierher emigriert sind. Hier koennen sie sich, im Gegensatz zu England, ein betraechtliches Stueck Land mit Haus und Tieren leisten. Als Stadtkinder mussten sie das Landleben erst erlernen, Russell besucht zur Zeit Kurse um das Bepflanzen zu lernen und bald haben die beiden ausser Tiere vielleicht auch allerlei eigens angebaute Nahrung.
Die 5 Hunde waren nicht von Anfang an geplant, sondern haben sich so angesammelt. Inzwischen ist die Betreuung der Racker ein Vollzeit-Job geworden, denn wie kleine Kinder wollen die Hunde rund um die Uhr unterhalten werden. Waehrend Russell und Rachel arbeiten verwandeln sie das Haus in ein einziges Chaos, alles wird angekaut, zerfetzt oder einfach nur herumgeschleift und eingesaut. Der Boden, die Kleidung, die Polstermoebel und eigentlich alles ist mit Hundehaaren paniert und man sollte besser nichts was einem etwas bedeutet (oder was man vielleicht noch essen moechte) irgendwo liegen lassen. Das Nervigste ist aber wohl, dass die Viecher so auf uns Menschen fixiert sind, dass sie sich die ganze Zeit nach uns orientieren. Staendig sind sie um einen rum und schauen mit grossen Augen zu, was man wohl als naechstes macht. So muss man erstmal 5 erwartungsfreudige Hunde ueberzeugen, dass man nur auf Toilette moechte, und zwar bitte allein, sobald man sich vom Sofa erhebt und den Raum verlassen moechte. Am Anfang ist es noch ganz lustig sie in die groesste Aufregung zu versetzen, wenn man 'walk' sagt oder sich die Schuhe anzieht, aber nach einiger Zeit ist es nur noch anstrengend. Es dauert naemlich 30-60 Minuten bis sich so eine aufgebrachte Meute wieder beruhigen laesst und aufhoert wie wild hin und her zu springen uns zu bellen. Wenn man abends ins Bett geht oder man fuer mehrere Stunden das Haus verlaesst muessen die Tueren 'verbotener' Raeume mit Moebeln verstellt werden, damit die Biester nicht einbrechen und alles zerkauen bzw. sich nachts zu einem ins Bett liegen. Morgens wird man mit einem Jaulen und Bellen aufgeweckt und schaut in 5 Paar erwartungsfreudige Gesichter sobald man die Tuer oeffnet.
Zudem gibt es eine kleine Krawallmacherin, eine grade aus dem Welpenalter herausgewachsene Halbstarke, die mit Energie nur so ueberquillt und bei jeder Gelegenheit mit den anderen Hunden ein Kampf anfaengt. Aprops Kampf: beim Spazierengehen mit den Hunden wird man Teil einer andauernden Fehde zwischen den 2 Pferden und der Hundemeute. Wir bewegen uns naemlich nur auf dem eigenen Grundstueck, denn freilaufende Hunde auf anderen Grundstuecken duerfen einfach erschossen werden. Und das ganze Grundstueck dient als Koppel fuer die Pferde (die noch nicht eingeritten sind und auf ihrer riesigen Koppel ein wenig verwildern). Denen ist aber anscheinend langweilig und sie sehen das Gebiet als ihr Territorium an (genauso sehen das aber anscheinend auch die Hunde), so dass die beiden Gruppen sich beim gegenseitigen Anblick sofort anfangen zu jagen. Man selbst versucht irgendwie alle zu beruhigen und auseinanderzuhalten ohne dabei selbst unter die Hufe zu kommen. Gar nicht so einfach. Immerhin haben die Hunde inzwischen kapiert, dass die Huehner Tabu sind und nicht gejagt werden duerfen. Trotzdem ist ein kleines Kuecken geheimnisvollerweise verschwunden...
Trotz all dem geniesse ich das Leben mit Tieren in vollen Zuegen. Sie schaffen es einfach Leben und eine positive Atmosphaere ins Haus zu bringen... ausserdem wird es einfach nie langweilig :) Nicht zu verachten ist auch der Platz, der dieses Haus zu bieten hat, im Gegensatz zu einem Boot. Es gibt sogar eine Badewanne!!
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1 Kommentar:
Hallo Sarah,
mensch da hast ja einen Sprung gemacht vom Segelboot auf die kleine Farm... Schon bestimmt angenehmer mal etwas trockener zu bleiben. Finde deinen Blog echt gut und verfolge fleißig alles mit. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß...
LG Nadinschi
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