Donnerstag, 23. Oktober 2008

schnell was alles erzaehlen

... was so passiert ist. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll.
Vielleicht das wichtigste zuerst: ich hab mir ein Auto gekauft. Ein wunderschoner weinroter Toyota Sceptor Kombi, mein allererstes Auto. Wer mich kennt, weiss dass ich kein grosser Autofan bin und seit einer ganzen Weile schon nicht mehr fahre, weil ich so aus der Uebung bin. Bevor ich hierher kam war ich auch ziemlich sicher, dass ich lieber per Bus rumreisen wollte, weil ich mir fahren einfach nicht mehr zutraute und man ausserdem im Bus weniger isoliert ist. Nach einigen Wochen hier wurde mir aber ziemlich schnell klar, dass ein Auto einfach noetig ist. Der oeffentliche Verkehr ist ziemlich erbaermlich: in die interessantesten Ecken faehrt gar nichts und selbst die 'wichtigen' Verbindungen sind nur ein paar Mal am Tag zu haben. Nach einiger Zeit fuehlte ich mich selbt in meiner "Grossstadt" Whangarei (es gibt sogar einen Busbahnhof!) gefangen und der Kauf des Autos war die neu erworbene Freiheit. Zuerst schaute ich mich eine Weile um, ueberlegte was ich suche und was ich mir leisten kann und dann ging alles ziemlich schnell: ein paar Stunden auf 'trademe' gesurft (das ebay hier, nur mit lockeren Regeln), ein paar Anrufe, zwei Besichtigungen am naechsten Tag, die Entscheidung, Einigung auf einen Preis (1200Eur), kurzer Check in der Werkstatt und am Nachmittag war ich Autobesitzer. Alles was man dann tun muss ist den Besitzer am naechsten Postschalter ummelden, kostet 5Eur. Ich hab mich dann auch noch vorsichtshalber entschieden eine Third-Party insurance (Haftpflichtversicherung) abzuschliessen.
Sofort am naechsten Tag ging es los zu einem Trip in den hohen Norden, die obere Spitze Neuseelands zu besichtigen: Cape Reinga. Wir packten schnell das noetigste und die Camping-Sachen ein und los ging's. Ich bin gleich 3 Stunden gefahren, auf der linken Seite versteht sich. Es gibt nicht besonders viele Hauptstrassen, geschweige denn Autobahnen. Unsere Strasse war die groesste und wichtigste von allen und geht durch das ganze Land - Highway 1. Diese Strasse sieht die meiste Zeit aus wie eine deutsche Landstrasse, verwandelt sich aber Richtung Norden in einen meilenlangen Schotterweg der sich immer weite durch einen Dschungel schlaengelt. Irgendwo im nirgendwo campten wir am Strand, ohne Handy-Empfang, Geschaefte und nur sehr wenig andere Menschen. Langsam kann ich verstehen warum hier so viele Menschen spirituell sind, es war einfach magisch.
Am Cape Reinga treffen die tasmanische See und der Pazifik aufeinander. Es ist ziemlich spektakulaer zu sehen, wie an der Stelle zwei gigantische Stroemungen aufeinander treffen und sich die Wassermassen vermischen: ein grosses Gewuehl aus Farben, Wellen, Schaum und aufgewuehltem Schlamm. Wir verknuepften den Besuch des Capes mit einer 5stuendigen Wanderung in der es konstant bergauf zu gehen schien und die mir am naechsten Tag den Muskelkater meines Lebens beschwerte (ich konnte tatsaechlich kaum laufen..).

Von new car trip

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